Zum Hauptinhalt springen
| Trixa

Wer sind eigentlich die Magdalenerinnen?

Wer sind eigentlich die Magdalenerinnen?

Immer wieder werde ich gefragt, wer die Magdalenerinnen eigentlich waren – und ob es sie wirklich gegeben hat. In meinen Romanen verweben sich alte Überlieferungen, geschichtliche Spuren, eigene Erfahrungen und das Wissen, das ich aus meiner weiblichen Ahnenlinie mitgebracht habe. Natürlich gibt es viele Romane, Legenden und moderne Deutungen rund um Maria Magdalena. Meine Magdalenerinnen-Romane folgen jedoch einer eigenen Linie.

Im Verständnis, das meinen Romanen zugrunde liegt, war Maria Magdalena bereits eine hoch ausgebildete Isis-Priesterin, bevor sie Meister Yeshua begegnete. Sie war eine wissende und geschulte Frau mit Kenntnissen über Heilung, Bewusstsein, Meditation und die alten Mysterien. Ihre Begegnung mit Yeshua war für mich deshalb die Begegnung zweier Menschen mit Wissen, innerer Schulung und einer gemeinsamen Aufgabe. Maria Magdalena war für mich nicht einfach eine der Frauen in seinem Umfeld. Sie war die Frau an der Seite Meister Yeshuas. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Sie war seine Gefährtin, seine Vertraute und selbst eine Apostelin. Dass eine Frau eine solche Stellung einnahm, war nicht für alle selbstverständlich.  Petrus war ihr Gegenspieler. Auch in alten außerkanonischen Überlieferungen finden sich Spuren eines Konflikts um Maria Magdalenas besondere Stellung und ihre Nähe zu Yeshua.

Um Maria Magdalena sammelten sich Frauen, die lernten und ihr Wissen weitergaben. Sie beschäftigten sich mit Heilweisen und Kräuterkunde, begleiteten Geburten, Kranke und Sterbende, meditierten und schulten ihre Wahrnehmung. Dabei lebten die Magdalenerinnen nicht immer als große, abgeschlossene Gemeinschaft. Ich sehe sie vielmehr wie ein Netz, das sich über Länder und Generationen spannte. Manche Frauen lebten längere Zeit miteinander und bildeten jüngere Mädchen aus, andere waren unterwegs. Manche kannten einander, andere begegneten sich erst auf ihren Reisen, doch sie gehörten zu derselben Linie. Ein wichtiger Teil dieser Tradition waren die Heilreisen. Die Magdalenerinnen häufig zu zweit von Ort zu Ort. Sie kamen in ein Dorf und schauten zunächst, was gebraucht wurde: Hilfe bei einer Geburt, Unterstützung für einen Kranken, Wissen über Heilpflanzen oder einfach Begleitung in einer schwierigen Zeit. Sie kamen nicht, um zu predigen. Sie kamen, um zu helfen. Und wenn ihre Aufgabe erfüllt war, gingen sie weiter.

Eine der Überlieferungen, die mich seit vielen Jahren begleitet, führt in die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-Mer. Der dortigen Legende nach gelangten Marie Jacobé und Marie Salomé nach der Zeit Yeshuas über das Meer an die südfranzösische Küste. Weitere Überlieferungen verbinden auch Maria Magdalena und andere Menschen aus dem Umfeld Yeshuas mit dieser Reise. Und dann ist da Sara – Sara la Kali, die Schwarze Sara. Ihre Statue steht in der Krypta der Kirche von Saintes-Maries-de-la-Mer und wird während der großen Wallfahrt der Gitans in einer Prozession bis zum Meer getragen.

Diese Tradition kenne ich nicht nur aus Büchern. Als junge Frau war ich selbst mit den Gitans der Camargue unterwegs. Dort habe ich viel über die Schwarze Sara erfahren, über ihre Geschichten und über eine Mystik, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Ich war auch bei diesem großen Fest dabei. Die Camargue, das Meer, die Gitans, Sara und die Geschichten um die Frauen, die einst mit einem Boot dort angekommen sein sollen, haben mich nie wieder ganz losgelassen.

Später verbanden sich diese Erfahrungen mit den Geschichten und dem Wissen aus meiner eigenen weiblichen Linie. Die alten Überlieferungen um Maria Magdalena, die Frauen von Saintes-Maries-de-la-Mer, Sara, meine Erfahrungen mit den Gitans, historische Orte und Wege und mein Wissen um meine weibliche Ahnenlinie begannen sich miteinander zu verweben. Aus diesen vielen Fäden sind meine Magdalenerinnen-Romane entstanden.

Ich behaupte dabei nicht, dass es irgendwo ein historisches Dokument gibt, in dem genau jene Gemeinschaft beschrieben wird, die ich Magdalenerinnen nenne. Für mich ist es vielmehr eine weibliche Linie des Wissens, die sich durch die Jahrhunderte zieht. Frauen geben etwas an andere Frauen weiter: Wissen über Heilung und Pflanzen, über Geburt und Tod, über Menschen und Orte. Und ebenso das Wissen darum, wer wir sind und woher wir kommen.

Genau diese Linie zieht sich durch meine Romane.

Top