
Das Jahr des Feuerpferdes und die Geburtswehen einer Autorin
(Oder: Weshalb ich mich gerade lieber im Layout verliere, anstatt tiefere Emotionen aufs Papier zu bringen)
Vor Kurzem haben wir das Jahr des Feuerpferdes begrüßt (exakt genommen am 17. Februar). Das bringt eine Schwingung mit sich, die vor Tatendrang sprüht, nach vorne drängt und nicht im Stillstand verharren möchte.
Da ich selbst im Zeichen des (Holz-)Pferdes geboren bin, spüre ich diesen Funken sehr genau. Wer diese Symbolik kennt, weiß um das innere Feuer: Freiheitsdrang, Begeisterung, Eigensinn und Mut. Allerdings auch eine gewisse Ungeduld – vorgefertigte Schemata sind einfach nicht unser Ding!
Kein Wunder also, dass ich mich aktuell mit einer der wohl trockensten Aufgaben im Autorendasein herumschlage: dem Buchsatz und der Formatierung.
Seitenränder anpassen, Silbentrennungen korrigieren, Blocksatz ausrichten und Schriftarten bändigen, wenn sich die Zeilen mal wieder wie ein altes Akkordeon auseinanderziehen – das fühlt sich stellenweise wie eine Mutprobe an. Doch mitten in dieser technischen Frustarbeit dämmert mir eine Erkenntnis:
Ich suche schlichtweg nach einer Ausrede!
Wenn die Gefühle im Manuskript herausfordern
Denn in „Der Ruf der Magdalenerin“ steht eine Schlüsselszene bevor, die sich nicht durch Layout-Tricks lösen lässt:
Mein männlicher Hauptcharakter Hal ist über beide Ohren verliebt. Das Problem? Ihm fehlen sowohl die passenden Worte als auch die Zivilcourage, es offen auszusprechen. Ich merke, wie sehr ich vor genau dieser Szene zurückschrecke – denn Halt steht vor der Herausforderung, sich der Liebe zu öffnen, und ich stehe vor der Aufgabe, diese Emotionen echt und berührend einzufangen.
Und Solrun? Sie spürt zwar seine Wertschätzung und den veränderten, wärmeren Blick. Aber ihr Kopf steht ganz woanders: Berufung, Ahnenlinien, Heilkraft, Götterwelten, Uralt-Steine und Geschichte. Ein Romantik-Thema passt aktuell schlicht nicht in ihren Plan.
Dennoch müssen die beiden ihren gemeinsamen Weg finden. Nicht nur als Paar, sondern weil davon die Aussöhnung zweier rivalisierender Sippen abhängt. So wird ihre Verbindung von einer privaten Angelegenheit zu einem bedeutsamen Faden im Gefüge der Welt.
Wenn Liebe wie ein Funke überspringt
Vielleicht fällt mir das Schreiben genau deshalb so schwer: Wahrhaftige Emotionen lassen sich auf den Buchseiten nicht errzwingen – sie brauchen Raum zum Wachsen.
Ausgerechnet am Valentinstag muss ich schmunzeln. Dieser Tag geht schließlich auf den Bischof Valentin zurück, der Paare heimlich traute und ihnen Zuneigung spüren ließ. Ein Mensch, der fest daran glaubte, dass Liebe stärker ist als jede Furcht.
Vielleicht liegt genau darin die leise Botschaft:
-
Wir müssen nicht vor unserem eigenen Herzen davonlaufen.
-
Weder ich als Schreibende, noch Hal oder Solrun im Buch!
Vielleicht kann ich dieses Kapitel genau im Geiste des Feuerpferdes verfassen: Es stürmt nicht bloß vorwärts, sondern schenkt auch schützende Wärme. Die Szene muss weder laut noch kitschig wirken – ein leiser Funke genügt, der Schritt für Schritt zum Licht wird.
Ein tiefes Durchatmen, die Einkehr ins Herz – und der Geschichte ihren Lauf lassen.



