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| Trixa Gruber

Worum geht es in den Magdalenerinnen-Romanen?

Schon in jungen Jahren sagte mein Vater zu mir: „Du hast eine blühende Fantasie.“

Und er hatte recht. Diese Fantasie hat mich mein Leben lang begleitet. Ich kann mir Menschen, Landschaften und längst vergangene Zeiten sehr bildlich vorstellen. Aus einzelnen Bildern entstehen Figuren, aus Figuren Geschichten – und manchmal entwickeln diese Geschichten plötzlich ein ganz eigenes Leben.

Als ich begann, mich intensiver mit meinen weiblichen Vorfahren und unserer Familiengeschichte zu beschäftigen, entstanden in mir erste Bilder und schließlich eine Geschichte. Daraus wurde mein erster Magdalenerinnen-Roman. „Das Lied der Magdalenerinnen".

Das Spannende daran war für mich die Verbindung von überlieferten Familiengeschichten, historischen Fakten und meiner eigenen Fantasie. Eine besondere Rolle spielte dabei eine mündliche Überlieferung, die meine Mutter von ihrer Mutter und diese wiederum von ihrer Mutter erhalten hatte: Die Geschichte unserer weiblichen Linie sollte einst in Südfrankreich begonnen haben.

Was davon sich nach so vielen Generationen historisch belegen lässt und was sich im Laufe der Zeit verändert hat, kann heute niemand mehr mit Sicherheit sagen. Für mich war diese Überlieferung jedoch der Ausgangspunkt einer Geschichte, die ich weiterschreiben wollte.

Und genau das tat ich.

Beim Schreiben machte ich eine Erfahrung, die vermutlich viele Autorinnen und Autoren kennen: Irgendwann entwickeln sich die eigenen Figuren selbstständig. Sie gehen Wege, die man ursprünglich gar nicht für sie vorgesehen hatte, begegnen Menschen, die vorher noch nicht existierten, und manchmal führen sie die Geschichte an ganz andere Orte als geplant.

So entstand mein zweiter Roman „Der Ruf der Magdalenerin“ – und mit ihm die Geschichte von Solrun und Hal und ihrer gemeinsamen Reise.

Ihr Weg führt von Ägypten über das Mittelmeer nach Europa, in die Bretagne, weiter nach Irland und Norwegen und schließlich nach Schottland, auf die Hebriden und die Orkneys. Dabei begegnen ihnen unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen und alte Überlieferungen – und immer wieder Orte, an denen Menschen schon vor Jahrtausenden ihre Spuren hinterlassen haben.

Viele dieser Landschaften kenne ich selbst. Besonders die Bretagne ist für mich ein ganz besonderer Ort, meine Herzheimat. Aber auch Schottland und vor allem die Hebriden haben mich seit vielen Jahren fasziniert. Ich habe sie mehrfach bereist und zahlreiche Schauplätze meiner Romane selbst besucht. Deshalb fließen in die Geschichten nicht nur Recherche und historische Fakten ein, sondern auch meine eigenen Eindrücke von Landschaften, Steinkreisen, alten Siedlungen und Ruinen.

Inzwischen entsteht der dritte Band der Magdalenerinnen-Reihe.

Diesmal wird die Beziehung zwischen zwei Geschwistern eine wichtige Rolle spielen. Ich schreibe diesen Roman auch im Andenken an meinen Bruder, der mir noch immer sehr fehlt.

Im Mittelpunkt steht die junge Ana, doch auch ihr Bruder Froi wird seinen eigenen Weg gehen. Die Geschichte beginnt im Südfrankreich des 11. Jahrhunderts und wird die beiden unter anderem in die Bretagne und nach England führen.

Mich hat schon lange interessiert, wie das Leben rund um den Mont-Saint-Michel in jener Zeit ausgesehen haben könnte und welche Wege Menschen damals zurücklegen mussten, um von Südfrankreich bis nach England zu gelangen.

Noch stehe ich mit diesem Roman am Anfang. Und wie immer weiß ich zwar ungefähr, wohin die Reise gehen soll – aber ich weiß längst nicht alles, was Ana und Froi unterwegs noch mit mir vorhaben.

Ihr dürft gespannt sein.

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